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Großmütterkreis der Externsteine Hüterinnen des Friedensbündels                       
Ein Artikel von Großmutter Angelika Nehlsen aus dem Jahr 2011. Im Jahr 2013 ging unsere Großmutterschwester in die jenseitige Welt. 1 Erklärung des Internationalen Rates der 13 indigenen Großmütter Wir sind dreizehn Großmütter aus indigenen Kulturen, die sich erstmals vom 11. bis zum 17. Oktober 2004 in Phoenicia im US-amerikanischen Staat New York trafen. Wir kamen aus allen Windrichtungen, um uns im Land der Irokesen zu versammeln. Wir kamen vom Polarkreis, aus dem Amazonas, aus den tiefen Wäldern des Nordwestens der USA, aus der nordamerikanischen Prärie, dem mexikanischen Hochland, den Black Hills in South Dakota, den Bergen von Oaxaca, der südamerikanischen Wüste, den tibetischen Bergen und aus dem zentralafrikanischen Regenwald. Die gemeinsame Vision, ein neues globales Bündnis zu gründen, hat uns zusammengeführt. Wir sind der internationale Rat der Großmütter. Durch unseren Zusammenschluss wurde unsere Stimme zu einer. Unsere Verbindung ist eine des Gebets, der Erziehung und Bildung, der Heilung der Mutter Erde und all ihrer Bewohner. Die Zerstörung der Erde beunruhigt uns zutiefst: die Vergiftung der Luft, der Gewässer und der Erde, die Gräueltaten des Krieges, die Bedrohung durch nukleare Waffen und Abfälle, die wachsende Armut, die vorherrschende Kultur des Materialismus, die Epidemien, welche die Menschen bedrohen, die Ausbeutung der indigenen Völker und die Zerstörung indigener Lebensformen. Wir, der internationale Rat der Großmütter, glauben, dass die ursprüngliche (indigene) Art zu beten, zu heilen und Frieden zu stiften heutzutage von größter Notwendigkeit ist. Wir versammeln uns, um unsere Kinder zu umsorgen, sie zu erziehen und auszubilden. Wir versammeln uns, um die Traditionen am Leben zu erhalten und das Recht einzufordern, pflanzliche Medizin einsetzen zu dürfen. Wir versammeln uns, um das Land unserer Völker zu beschützen, auf das ganze Kulturen angewiesen sind. Wir versammeln uns, um das kollektive Erbe traditioneller Heilmethoden zu erhalten und die Erde an sich zu verteidigen. Wir glauben, dass die Lehren unserer Vorfahren uns den Weg durch eine unsichere Zukunft weisen werden. Wir schließen uns all jenen an, die die Schöpfung ehren und die für unsere Kinder, den Weltfrieden und die Heilung der Mutter Erde arbeiten und beten. Margaret Behan, Cheyene/Arapaho Rita Pikta Blumenstein, Yupik Julieta Casimiro, Mazatec Aama Bombo, Tamang Flordemayo, Maya Maria Alice Campos Freire, Brasilien Tsering Dolma Gyaltong, Tibet Beatrice Long Visitor Holy Dance, Oglala Lakota Rita Long Visitor Holy Dance, Oglala Lakota Agnes Baker Pilgrim, Takelma Siletz Mona Polacca, Hopi/Havasupai/Tewa Clara Shinobu Iura, Brasilien Bernadette Rebienot, Omyèné For the next 7 Generations... Der ‚Internationale Rat der 13 indigenen Großmütter’ und seine weltweite Heilungs- und Friedensarbeit Nächste Veranstaltung: 2.-4. September 2011 mit Rita Long Visitor Holy Dance (South-Dakota); Aama Bombo (Nepal); Maria Alice Campos-Freire (Brasilien) in 32805 Horn-Bad Meinberg Anmeldung unter: grandmothers2011@yahoo.de Informationen in deutsch: www.thirteengrandmothers.wordpress.com 2 ‘Together we will create a global circle for prayer, healing, wisdom and blessings  to help us navigate the times ahead, connect with our souls, open our hearts,  and awaken a deeper connection with the earth…’  Die 13 Großmütter des Rates sind in ihrer jeweiligen Kultur hochgeachtet als Stammesälteste und weibliche  Führerinnen, als Heilerinnen und Schamaninnen. Jede von ihnen repräsentiert eine Line of Prayer, eine spirituelle Linie.  Sie fühlen sich durch Prophezeiungen und eine gemeinsame Vision zusammengeführt.  2004 gründeten sie den ‚Internationalen Rat der 13 indigenen Großmütter’. Seitdem sind sie „das Herz einer Heilung,  die eine Brücke schlägt zwischen den alten Zeiten und der modernen Welt. Bei ihrem weltweiten Engagement für den  Frieden und die Heilung von Mutter Erde und all ihrer Bewohner wurden sie zu einer Quelle großer Inspiration und  Heilung, erinnern uns an tiefe spirituelle Wahrheiten und lenken unsere Aufmerksam auf das was jetzt am Wichtigsten  ist“.  Ein Film zündet den Funken: Einladung der Großmütter zu den Externsteinen  Mein persönlicher Ruf ins Feld der 13 Großmütter erreichte mich im März 2010 mit dem Film ‚For the next 7  Generations’ von dem ich eher zufällig erfahren hatte. Meenakshi Kramvik vom CSS - Center for Sacred Studies -  zeigte ihn am Rande eines Seminars. Das CSS ist eine spirituelle Organisation, die neben anderen Schwerpunkten  auch die weltweite Heilungsarbeit der 13 Großmütter organisiert und die Produktion des Großmütter-Films ermöglicht  hat. Statt der erwarteten15 kamen über 50 Frauen und es wurde ein unvergesslicher Abend.  Ich war tief berührt von den magischen Umständen, durch die diese weisen alten Frauen zusammengeführt wurden.  Gezündet hat mich aber etwas darüber hinaus, was ich kaum beschreiben kann. Es zeigte sich während des Films  darin, dass mir immer wieder die Tränen kamen. Da war ein vages Gefühl, ‚irgendwie’ denselben Ruf wahrzunehmen,  der die indigenen Völkern dazu bringt, ihr altes Wissen auf breiter Ebene zu offenbaren und zur Verfügung zu stellen,  weil es angesichts globaler Bedrohungen dringend gebraucht wird.  Dieser Ruf hat etwas mit einer tiefen inneren Sehnsucht nach Heilung und Ganzheit zu tun. Jenseits meiner  Alltagspersönlich-keit ‚weiß’ etwas in mir, wovon die Großmütter sprechen, wenn sie Steine, Tiere und Pflanzen als  Verwandte betrachten und die Erde als lebendiges Wesen und will sich in diese globale Heilungsbewegung einreihen.  Durch Carol Schaefers Buch ‚Die Botschaft der Weisen Alten - Der spirituelle Rat der Großmütter’ wurde dieses  Bedürfnis noch verstärkt. 3 Kurz darauf schloss ich mich einer kleinen informellen Gruppe Bielefelder Frauen an, die wie ich durch den Film so  inspiriert waren, dass sie spontan jene drei Großmütter einluden, die immer 2010 in Europa sein würden, um ihre  zeitlose Weisheit und ihre Gebete mit uns zu teilen.  Eine dieser Frauen war Renate Otto-Walter1, der es ein großes Anliegen war, mit den indigenen Großmüttern auch an  den Externsteinen zu beten, jenem alten Kraftplatz, der uns mit unseren einheimischen schamanischen Wurzeln  verbindet und der u. a. von den Nazis für okkulte Rituale missbraucht wurde. Anfang Mai kam die Zusage, dass die  drei Großmütter Agnes Baker Pilgrim, Mona Polacca und Flordemayo auch nach Bielefeld kommen würden.  Ein unvergesslicher Höhepunkt des 2-tägigen Seminars im August 2010 war der Heilkreis bei den Externsteinen. Die  Großmütter nannten sie Stone People. Großmutter Agnes initiierte ein Wasser-Ritual, eine spirituelle Rückbindung an  die Heilkraft des Wassers. Großmutter Flordemayo teilte mit uns ihre Vision vom Goldenen Kind, das die Energie des  Einheits-bewusstseins auf die Erde bringt. Großmutter Mona erzählte von den Anfängen ihrer Arbeit bei der UNO.  Gemeinsam initiierten die Großmütter die Einpflanzung eines Friedenstabes, um überall wo sie waren, einen Ort zu  schaffen, zu dem man gehen kann um Frieden zu finden.2 Auf diese Weise ‚weben’ sie im Laufe der Zeit ein weltweites  Netz von Friedensstäben. Insgesamt hatte das Seminar eine so nachhaltige Wirkung, dass wir die Großmütter gebeten  haben, wieder zu kommen. In diesem Sommer lehren, heilen und beten die Großmütter Rita Long Visitor Holy Dance,  Aama Bombo und Maria Alice Campos-Freire in Deutschland, der Schweiz und Italien. Vom 2. bis 4. September 2011  geben sie ein Seminar im Horn-Bad Meinberg, zu dem wieder ein Heilkreis bei den Externsteinen gehören wird.  Ein heilsames Netz weben…  „Gemeinsam erschaffen wir einen weltweiten Kreis für Gebet, Heilung, Weisheit und Segnungen als Navigationshilfe  durch die vor uns liegenden Zeiten, um uns mit unsern Seelen zu verbinden, unsere Herzen zu öffnen und eine tiefere  Verbindung mit der Erde wachzurufen…“, so die Einladung zum sechswöchigen Online-Kurs ‚The Wisdom of the  Grandmothers’,3 veranstaltet vom 10.2. bis 17.3.2011 vom Shiftnetwork.  1 Autorin des Artikel ‚Germanischer Schamanismus – eine Spurensuche’, in der Zeitschrift Connection, Sonderheft  ‚Schamanismus extra’ (I/2008)  2 Der Bielefelder Friedensstab steht auf dem Gelände des Bauernhausmuseums Bielefeld  3 Anmerkung: alle nicht gekennzeichneten direkten und indirekten Zitate in diesem Beitrag sind den verschriftlichten  Mitschnitten dieses Kurses entnommen und von mir ins Deutsche übersetzt  4 Beim Lesen der englischsprachigen Kursprotokolle war ich tief beeindruckt, wie bei diesem multimedialen Online-  Ereignis mit Hilfe der heutigen technischen Möglichkeiten ein lebendiges Forum entstanden war, das 650 Teilnehmer  aus 25 Ländern miteinander verband. Selbst in den trockenen Mitschriften dieser Abende, an denen jeweils zwei  Großmütter zu einem bestimmten Thema sprachen, war etwas von einer sehr heilsamen Energie zu spüren.  Nach meinem Gefühl ging es dabei weniger um die Worte (die Großmütter variieren im Grunde immer dieselben  zentralen Botschaften) als um einen subtilen Raum von Verbindung und Berührung. Im Rahmen ihrer vielfältigen  Aktivitäten ‚weben’ sie eine Art heilsames Netz, das rund um den Globus von vielen Menschen gehalten, getragen und  miterschaffen wird.  Wie alles anfing: die Geschichte des Großmütter-Rates  Meenakshi erzählte an jenem Filmabend von der magischen Geschichte, wie die 13 Großmütter zusammengeführt  wurden. Inzwischen hörten wir sie auch von der Initiatorin, Jeneane Prevatt,  genannt Jyoti, der spirituellen Direktorin des Center for Sacred Studies, die die Großmütter auf ihren Reisen begleitet  und die ihr Leben und das CSS in den Dienst dieser Arbeit gestellt hat. Jyotis jahrzehntelange Arbeit über das Wissen  und die Traditionen der Urvölker, ihre Kontakte mit weisen Frauen aus indigenen Kulturen und vor allem die  wiederholten Visionen, die sie empfing, führten schließlich zu jenem ersten Zusammentreffen der Großmütter im Jahr  2004. Von 16 angeschriebenen Frauen waren 13 der Einladung gefolgt. Die Konferenz mit etwa 300 Teilnehmer/innen rund  um die 13 indigenen Großmütter fand in einem buddhistischen Zentrum im Staat New York statt. Ein solches Ereignis  stellt für die Organisator/innen auch eine große finanzielle Herausforderung dar, aber innerhalb von zwei Jahren wurde  die erstaunliche Summe von 250.000 Dollar gesammelt, zusätzlich ein finanzieller Grundstock für den Großmütter-  Film, auf dem dieses erste Treffen bereits dokumentiert ist.  Als die eingeladenen Großmütter begannen, sich untereinander auszutauschen, stellten sie fest, dass sie alle durch  Visionen, Träume oder Prophezeiungen auf dieses Treffen vorbereitet worden waren. Alle hatten das Gefühl, geführt  worden zu sein. So brachte Großmutter Rita Pikta Blumenstein aus dem Volk der Yup’ik am Polarkreis 13 kleine Steine  und 13 Adlerfedern mit. Sie hatte sie als 9jähriges Mädchen von ihrer Großmutter bekommen mit der Ankündigung  dass sie eines Tages, wenn sie alt und grau sein würde, in diesem Rat der 13 sitzen würde:  „Wenn diese Zeit kommt, gib jeder Großmutter eins dieser heiligen Bündel, nimm auch einen für dich und sei dir  bewusst, dass ich hinter dir stehen werde, so wie alle anderen Ahnen auch“. Meenakshi: „Alle, die wir bei diesem  ersten Treffen dabei waren, standen drei Tage lang mehr oder weniger in Tränen, weil es so bewegend war.“ Alle  Großmütter empfanden angesichts des Zustands der Erde und der prophezeiten Zeitenwende eine große Dringlichkeit,  sich zusammenzuschließen und sich für ‚die Heilung von Mutter Erde und all ihrer Bewohner’ einzusetzen. Sie  formalisierten ihren Kreis mit der Gründung des ‚Internationalen Rates der 13 indigenen Großmütter’ und  verabschiedeten eine gemeinsame Grundsatzerklärung (siehe Kasten).  5 Einheit in Vielfalt  Als nächsten Schritt beschlossen die Großmütter angesichts der großen Verschiedenheit ihrer spirituellen und  kulturellen Traditionen, Heilweisen und Sprachen, sich auf die traditionelle indigene Art kennenzulernen, d.h. sich  gegenseitig zu besuchen. Jyoti erzählt, wie Großmutter Agnes (die Älteste im Rat) vorgeschlagen habe: „Girls, ich  möchte Folgendes sagen: wenn wir uns kennenlernen und richtige Beziehungen miteinander eingehen wollen, müssen  wir uns gegenseitig in unserer Heimat besuchen und dort das Heilige Feuer anzünden, das sieben Tage für den Frieden  in der Welt brennt. Dadurch entsteht ein Modell für die Welt, dass diese unterschiedlichen Lines of Prayer, diese  verschiedenen spirituellen Traditionen an einem Tisch Platz haben, dass wir uns in unserem Anderssein begegnen und  unsere Unterschiedlichkeiten umarmen können - anstatt sie als Trennung zwischen uns zu stellen. Wir müssen damit  sofort anfangen und sollten uns alle sechs Monate treffen.“ Ihr, Jyoti, habe bei dem Gedanken an die finanziellen  Implikationen der Atem gestockt, aber dann habe sie wieder diese leise innere Stimme gehört: Atme. Alles wird gut.  Seitdem brannte das Heilige Feuer neunmal für den Frieden in der Welt bei neun großen ‚Gatherings’ an verschiedenen  Orten rund um den Globus; die nächsten sind bereits in Planung. Jyoti: „Jede Zusammenkunft war eine Lektion über  die jeweilige Kultur. Selbst wenn man dieselbe Sprache spricht und mit denselben Bräuchen vertraut ist, ist es schwer,  sich kennenzulernen ohne dass Missverständnisse entstehen. Wenn die Großmütter mit ihrer geballten globalen  Erfahrung um einen Tisch sitzen, werden allein sieben Sprachen simultan übersetzt - da gibt es viele Gelegenheiten für  Missverständnisse. Die Großmütter sagen dazu: ‚Wenn wir für Frieden und Einheit beten, müsst ihr wissen, dass wir auch auf das treffen  werden, was keine Einheit will. Wenn wir sehen, dass diese Energien sichtbar werden, ist es unsere Aufgabe, sie zu  umarmen und anzunehmen, in einem Moment des Gebets und der Einheit aller Völker.’ Darum geht es den  Großmüttern - in ihrer Bewegung, ihren Handlungen, ihrem Gebet… Viele Generationen der First Nations haben  Legenden darüber, dass die Ältesten kommen um die Welt wachzurütteln. Das ist es, was die Großmütter tun. Sie sind  keine Frauen der Politik, obwohl sie politische Statements abgeben. Sie sind hier als Frauen des Gebets und der  Zeremonien. Sie sind hier als Großmütter, die sich Sorgen machen über den Zustand des Planeten und sich engagieren  für die Erde und das Leben unserer Kinder, für gutes Wasser und saubere Luft.“ Verantwortung für die nächsten 7 Generationen…  Die 13 Großmütter lehren und leben eine Ethik, die nicht nur alle Menschen und alle Lebewesen einschließt, sondern  auch die zukünftigen Generationen. Ihr Verständnis von Heilung ist tief in ihrer Spiritualität verwurzelt. Das Leben und  die Erde sind ihnen heilig. Die Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde betrachten sie als ‚The Holy Foundations of Life’,  die heiligen Fundamente allen Lebens und alle Mitgeschöpfe als Verwandte. Die Großmütter  6 stehen für die Einheit mit allen und allem. Wenn sie mit der Heilkraft der Pflanzen oder der Elemente arbeiten, ist das  Teil ihrer spirituellen Praxis. Vor diesem Hintergrund engagieren sie sich weltweit für den Schutz von Pflanzen, Tieren  und Gewässern und die Erhaltung ihrer Lebensräume - was oft bedeutet, sie gegen die Begehrlichkeiten von  Pharmakonzernen, Minengesellschaften und vielen anderen nationalen und internationalen Konzernen zu verteidigen.  Am Beispiel Wasser wird das besonders deutlich. Diese lebenswichtige Ressource ist schon lange in so starkem Maße  verknappt, verseucht und bedroht, dass die UNO den Zugang zu sicherem Trinkwasser als eines ihrer Millenniumsziele  formuliert hat. Die Großmütter arbeiten weltweit mit vielen indigenen und Umweltgruppen, Initiativen und  Organisationen zusammen, die dieses Recht einfordern und ihre Gewässer verteidigen und auch an einer Charta für  die Rechte der Erde.  Am Abend des 10. März 2011 erzählt Großmutter Mona im Online-Kurs davon, wie es selbstverständlicher Bestandteil  ihrer indianischen Erziehung war, das eigene Handeln auf seine Folgen ‚für die nächsten sieben Generationen’  auszurichten: „Als ich etwa 14 Jahre alt war, bekam ich eine Menge Instruktionen darüber, was es bedeutet, eine gute  indigene Frau zu sein. Meine Mutter sagte zu mir: ‚Du bist nicht nur für dich selbst hier. Dein Leben hat Absicht und  Wirkung, dies verlangt deine Aufmerksamkeit. Die Wirkung ist eine Art Stoßkraft und  betrifft die anderen die noch kommen werden. Was du tust, hat Auswirkung auf mich und deinen Vater, auf deine  Brüder und Schwestern, dann auf unsere Gemeinde und unseren Stamm, dann auf das Land, auf die Welt und sogar  hinauf zum Universum. Was du tust, hat eine Wirkung auf all diese Dinge. Du musst deine Aufmerksamkeit darauf  richten, wie du gehst, was du tust, was du sagst, sogar auf das was du denkst. Du musst mit diesen Dingen  aufmerksam sein und sie auf eine gute Weise tun. Das ist deine Verantwortung.’ Diese Verantwortung für die  zukünftigen Generationen hochzuhalten gehört zur Arbeit der 13 Großmütter - wie wir sagen: für die nächsten sieben  Generationen und alle die noch kommen werden.“  Klimawandel in den Menschen…  Am selben Abend im Online-Kurs berichtet Großmutter Maria Alice von einem Treffen mit hochrangigen  Umweltschützern im Kontext des 8. Gatherings des Großmütterrates im Oktober 2010 in Japan: „Es waren alles sehr  akademisch gebildete, intellektuelle Leute – und wir Großmütter sprachen über unsere einfachen und natürlichen  Wege: was wir glauben, unsere Traditionen, über das was wir tun. Wir schützen das Wasser, weil wir es als heilig  betrachten. Wir betrachten alle Elemente als heilig, das ist unser Weg, sie zu schützen und zu bewahren. Dann stand  ein Herr auf. Er war ein bedeutender Environmentalist an seiner Universität und ein Delegierter, um bei wichtigen  internationalen Tagungen die Sache der Umwelt zu vertreten. Er kam zu uns und bedankte sich, weil er sich zum  ersten Mal tief in seinem Herzen berührt fühle.  7 Als Umweltdelegierter habe er seine Sache stets mit wichtigen Ideen und klaren Gedanken verteidigt, es sei aber  immer nur eine Sache des Verstandes gewesen. Jetzt sei etwas mit ihm passiert und er gehe zum ersten Mal, um aus  einer Perspektive des Herzens zu sprechen. Das sei es, was er von uns bekommen habe. Für uns war das  wunderschön.“ Großmutter Rita Pikta Blumenstein: „Die Dinge werden sich erst verändern wenn wir uns verändern,  jeder von uns“ Viele indigene Älteste verbinden ihre spirituelle Arbeit mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und politischem  Engagement und haben u. a. in den Gremien der UNO an vielen Resolutionen zum Schutz der Erde, des Wassers und  der Lebensräume von Menschen, Pflanzen und Tieren mitgearbeitet. Sie wissen, dass es ohne einen ‚Klimawandel in  den Menschen’ keine nachhaltigen Veränderungen geben wird und engagieren sich wie die 13 Großmütter zunehmend  dringlicher für einen grundlegenden Bewusstseinswandel weltweit. „Nur wenn das Eis in den Herzen der Menschen  schmilzt, werden wir eine Chance haben, uns zu verändern und unser Wissen weise zu nutzen“ sagt Angaangaq, das  spirituelle Oberhaupt der indigenen Völker in der Arktis.  Großmutter Agnes Baker Pilgrim formuliert es ähnlich wie er: „Die weiteste und wichtigste Reise, die wir in unserem  Leben machen müsse, ist die vom Kopf ins Herz.“  Autorin: Angelika Nehlsen (Jg. 1949; Diplompädagogin und Familientherapeutin; arbeitete über 30 Jahre in der  Erziehungs- und Familienberatung; seit 2000 im ‚Tara Rokpa Prozess’ von Akong Rinpoche; Kursleiterin für Tara Rokpa  Entspannungs- und Elemente-Arbeit ) Anmerkung: Dieser Artikel wurde in leicht veränderter Form in der Zeitschrift ‚Connection Schamanismus’ (6/2011)  veröffentlicht (Nehlsen: Für die nächsten sieben Generationen www.connection.de) 
Artikel von Angelika Nehlsen